Münster die Marktstadt

Per Pedale, bei den „Pättgesfahrten“, auf ausgeschilderten Radwanderwegen lernt man Land und Leute besonders gut kennen. Münster gilt als Deutschlands größte Fahrradmetropole. Auf den Münsterländer „Pättges“, den Pfaden, wie man Hochdeutsch sagen würde, haben früher die Kiepenkerls ihre Waren huckepack zum Markte getragen. Der Mensch hat zu allen Zeiten Orte gebraucht, an dem Waren getauscht und weitergegeben werden konnten. Ein gutes Beispiel für Stadtentwicklung aus der Marktentwicklung heraus bietet Münster, durch Handel und Wandel entstanden aktive Märkte und fördern heute noch das Wirtschaftswachstum und stärken die Region Münsterland. Buchautor und Immobilienexperte Eric Mozanowski aus Stuttgart geht in regelmäßigen Veranstaltungen mit interessierten Teilnehmern auf interaktive Spurensuche für erfolgreiche Städteplanung.

Münster die Marktstadt

Domplatz Münster

Märkte entstehen – Aufblühen der Bauwirtschaft

Die erhöhte Bautätigkeit im 11. Jahrhundert mit dem Überwasserstift, Umbau der Domburg und Bau der Lambertikirche bedeutete ein Aufblühen der Bauwirtschaft und eine wirtschaftliche Weiterentwicklung der Siedlung. Hatten bis 1121 in der Domburg noch Handwerker gelebt, änderte sich dies nach dem Wiederaufbau des Doms und der Domburg. Alle Handwerker wurden in die Marktsiedlung außerhalb der Burg umgesiedelt, was die Dualität der werdenden Stadt noch akzentuierte.

Die ersten beiden Märkte waren der Roggenmarkt und der Alte Fischmarkt. Aber im Laufe des 12. Jahrhunderts wurden sie durch Planung des Bischofs rund um den Prinzipalmarkt im Osten der Burg erweitert. Gleichzeitig befanden sich erste Kaufmannshäuser an der Marktstraße. Die Häuser der an der Lambertikirche gelegenen Stiftsherrengasse waren ein erstes Beispiel dafür. Die Süderweiterung der Märkte, der Prinzipalmarkt, ist vermutlich von Bischof Burchard geplant worden. Die Errichtung der Michaeliskappelle und des Michaelistors an der Ostseite der Domburg als direkter Zugang zum neuen Markt auf der Rheinischen Straße lassen diese Vermutung zu. Neben dem eher gewachsenen Roggen- und Fischmarkt wurde hier planerisch vom Stadtherrn eingegriffen, um die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Am Anfang der Geschichte der lebendigen Universitäts- und Bischofsstadt stand die Kirche. Ein Kloster aus der Zeit Karls des Großen, lateinisch monasterium, gab dem Ort seinen Namen. Sein Gründer, Liudger, wurde 804 der erste Bischof von Münster.

Nicht immer waren die Münsteraner ihrem Bischof wohlgesonnen. Seit dem 13. Jahrhundert, als die Kaufleute in Münster immer reicher wurden, und besonders, als ihre Stadt 1494 zum Hauptort der westfälischen Hanse wurde, versuchten sie mehrfach, seine Oberherrschaft abzuschütteln. Während der Reformationszeit haben die sogenannten Wiedertäufer das Ziel von 1533 bis 1535 sogar vorübergehend erreicht. Münster aber verkraftete diese Episode schnell. Schon 1643 hatte es sich soweit erholt, dass die Stadt Verhandlungsort der Kommission wurde, die 1648 den Westfälischen Frieden schloss. Dieser beendete den Dreißigjährigen Krieg, der Deutschland verheert, aber Münster weitgehend verschont hatte. Bis 1803 war Münster Zentrum eines Fürstbistums und wurde 1816 Hauptstadt der preußischen Provinz Westfalen.

Weitere Veranstaltungen und Exkursionen über die Märkte Deutschlands sind in Planung und in der anschließenden Diskussion wurden Erfahrungen ausgetauscht und weitere Themenpunkte besprochen.

V.i.S.d.P.:

Eric Mozanowski
Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

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