Baudenkmal und Wahrung von Kulturdenkmalen

Kulturdenkmäler sind geschichtlich gewordene Schätze, die es zu bewahren gilt

Das Spektrum ist weit: ein gotisches Münster, eine barocke Klosteranlage, ein Jugendstilgebäude, eine Zehnscheuer, ein Madonnenbildstock, ein Brunnen, aber auch technische Kulturdenkmäler wie z. B. ein aufgelassenes Bergwerk. Im weiteren Seminarbeitrag von Eric Mozanowski wird die Abgrenzung der Bedeutung von Kulturdenkmälern zum modernen Begriff Denkmal erläutert und die Aufgaben im Besonderen der kirchlichen Bauverwaltung erörtert.

Gerade die baulichen Aufgaben an Großprojekten führten zu einer Konzentration von hohem Sachverstand. Der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in weiten Gebieten erkennbare desolate Zustand der Baudenkmale, der seine Gründe in der jahrzehntelangen Vernachlässigung infolge der Säkularisation hatte, führte zu einem neuen Verständnis der Baugeschichte und Wertschätzung ihrer Werke.

Anfänge der kirchlichen Bauverwaltung

Auf diese Zeit gehen die Wurzeln der staatlichen Bau- und Kunstdenkmalpflege, auch der kirchlichen Denkmalpflege zurück. Sie war oft stark personenbezogen. Erinnert sei an das Wirken von Friedrich Schlegel, Friedrich Schinkel und Sulpiz Boisseree im Rheinland und Köln, aber auch an Georg Möller, als obersten Bauchef im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Früher bis ins Heute wurde durch die Behebung eines Schadensbildes nicht selten auf lange Sicht einen anderen Schaden einhandelt, ist die billigste Maßnahme oft die kleine Lösung, die als einfache Reparatur dann in gewissen Zeitabständen wiederholt werden kann.

 

Historische Kirchen sind nicht nur künstlerisch, sondern auch bautechnisch und bauphysikalisch ein komplexer Organismus, dessen Funktionen durch Reparatur erhalten, jedenfalls nicht gestört, sondern – wenn nötig – nur korrigiert werden sollten. Dies gilt auch für die noch als ein weiterer Problempunkt bekannten statischen Fragen, über die man ebenfalls in einer eigenen Veranstaltung an Hand hervorragender Beispiele aus der Bundesrepublik diskutieren könnte. Dabei sollte für alle im Bereich der Kirchen auftretenden unterschiedlichen technischen Fragen gelten, dass der Denkmalpfleger nicht unbedingt in die Kompetenz der kirchlichen Baureferate eingreifen möchte. Es muss aber möglich sein, konservatorische, selbst den technischen Erfordernissen scheinbar widersprechende Gesichtspunkte einzubringen, Gesichtspunkte, die nicht im technischen Bereich liegen, deren Berücksichtigung aber die technischen Überlegungen, die meist mögliche Auswahl aus unterschiedlichen Möglichkeiten, mitbestimmt. Die Hoffnung auf die bestmögliche Lösung im Sinn des Baudenkmals beruht hier auf dem kollegialen Dialog.

Schwierig ist vieles, aber möglich wird alles durch Vertrauen, Verständnis und Zusammenarbeit

In dem hier nur angedeuteten Bereich technischer Probleme bedarf es ebenso weiterer Forschungen wie weitere Fragen der Konservierung und Restaurierung von Kirchen und ihrer Ausstattung. Hier haben gerade die Restaurierungswerkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege immer wieder versucht, gewisse Maßstäbe zu setzen, denken wir an die derzeit laufende und im Mittelpunkt stehende Restaurierung eines so einzigartigen Raumkunstwerks wie der Wieskirche, oder die in enger Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Bamberg durchgeführten Restaurierungen von Tintorettos Mariae Himmelfahrt oder der im Bamberger Domkreuzgang geborgenen Textilien. So waren fast alle Musterrestaurierungen der Amtswerkstätten in den vergangenen Jahren Werken aus dem kirchlichen Bereich gewidmet, vom Englischen Gruß in St. Lorenz in Nürnberg bis zum Ingolstädter Hochaltar oder dem Altöttinger Panorama der Kreuzigung Christi.

Eric Mozanowski freut sich über den regen Zuspruch und der Diskussionsfreude über die verschiedenen Möglichkeiten und der erfolgreichen Zusammenarbeit der Institutionen. Die Aufgaben der kirchlichen Bauverwaltung umfassen in erster Linie alle Bauaufgaben im Bistum zu koordinieren, zu leiten und zu überwachen. Vorrangig handelt es sich um Instandsetzungsmaßnahmen an bestehenden Gebäuden, aber eben auch an Neubauvorhaben. Um Projekte erfolgreich umzusetzen ist es unabdingbar ein gutes, vertrauensvolles Miteinander zu schaffen und zu erhalten. Gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Standpunkte, Prioritäten und Ansichten aufzubringen und durch Kompromissbereitschaft zum Ziel zu gelangen.

 

V.i.S.d.P.:

Eric Mozanowski

Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

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